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Wenn die Dirndl Schwarzwald tragen

Das Internetradio spült leise französischen Pop in die beiden Räume ihres Laden-Ateliers. Ansonsten ist es ruhig. Laufkundschaft gibt es zwar, aber in der Regel machen ihre Kundinnen lieber Termine aus. Auf dem Arbeitstisch liegt ein Bogen Papier mit einer schwarz-weißen Zeichnung. Zu sehen sind ein Dirndl und die dazugehörigen Anweisungen: Ans Oberteil aus rotem Samt mit den beiden Trägern soll eine »Borte schwarz Samt« kommen, die Schnürung im Miederbereich ist mit Samtband geplant, während unten am Rock zu lesen ist: »Borte lila mit Blumen« und »Rüschen gold«.

 

Was auf dem Papier so einfach wie Malen nach Zahlen klingt, ist ein kreativer Prozess, der seine Zeit benötigt. Schließlich muss das Gesamtwerk stimmen – von den Farben, den Mustern, der Stoffbeschaffenheit und dem Schnitt bis hin zu den Details. Denn Ziernähte, Knöpfe, Bordüren, Perlen, Rüschen, feine Spitzen und Bänder kommen auch noch dazu. Das Zusammenspiel der verschiedenen Elemente so zu steuern, dass am Ende ein Dirndl-Unikat mit Schwarzwaldflair entsteht, braucht Zeit. Drei Monate rechnet Kim Schimpfle für einen Auftrag. Mindestens.

 

Nicht eingerechnet ist da die Zeit, die sie für die Entwicklung ihrer Stoffe und Schnitte aufwendet. Kim Schimpfle hat sich Stoffmuster, Borten und Garn zurechtgelegt. Nach und nach bringt sie die verschiedenen Stoffe und Farben zusammen, gleicht sie mit einem alten Foto ab, das als Inspiration dient. Welche Farben harmonieren oder verstärken einander? Welche Borte ergänzt das? Und welches Garn setzt…

 

 

Den ganzen Artikel über Kim Schimpfle und die Dirndl gibt es in der WALDRAUSCH-Ausgabe No1 I 2023! www.waldrausch-magazin.de/abo

 

Text: Patrick Merck

Fotos: Markus Dietze